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Filmkritik zu "Robin Hood"
"Robin Hood"
Diese Filmkritik wurde am 06.06.2010 von Daniel de West geschrieben
Die Bilder unterliegen dem Copyright von Universal Studios
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Ultra-Kurz-Beschreibung
Desillusionierter Rittersmann bezirzt Landadelige und stellt sich gegen den bösen König.
Erwartungshaltung
Robin Hood ist einer der unbestrittenen Helden meiner Kindheit. Die Masse der Verfilmungen des Stoffes lassen es schwierig erscheinen, dem ganzen noch etwas Neues abzugewinnen. Sehr groß sind die Erwartungen, welche Akteure in welcher Form vorkommen müssen und natürlich hat die letzte Verfilmung mit Kevin Kostner seinerzeit Maßstäbe gesetzt, die eine hohe Hypothek darstellen. Aber Russell Crowe und Ridley Scott haben schon den Sandalenfilm mit Gladiator wiederbelebt, warum nicht auch dieses Genre.
Ergebnis
Scott wollte sich offensichtlich unbedingt von den bisherigen Verfilmungen abheben, indem er den Stoff neu interpretierte. Das ist zunächst mal keine schlechte Idee, in der Umsetzung jedoch ziemlich gescheitert. Trotzdem ist der Streifen kein kompletter Flop, sondern durchaus in weiten Teilen sehenswert. Vor allem die Rolle der Lady Marian, die sich bisher auf ein dekoratives Äußeres und angelegentliches Stöhnen wenn Robin etwas zuzustossen droht beschränkte wird sehr zum positiven verändert Eine Landadelige mit zupackender Art, Bürgernähe und sozialem Gewissen. Das ist schon mal eine gute Weiterentwicklung. Dafür muss Richard Löwenherz, der in vielen Verfilmungen am Ende als Retter Englands aus dem Heiligen Land zurückkehrt einen herben Imageverlust und den frühen Verlust seines filmischen Lebens hinnehmen. Ach ja, und in Frankreich dürfte der Streifen auch eher schlecht angenommen werden...
Highlights und Stärken
Ridley Scott zeigt Mut zur Neuinterpretation und zum Verlassen allzu vertrauter Pfade im Sherwood Forest. Russel Crowe spielt gewohnt sicher und plausibel, hat aber hier keine seiner Sternstunden. Da hätte ein unverbrauchtes Gesicht vielleicht mehr Leidenschaft an den Tag gelegt.
Schwächen und Fehler
Die Geschichte zwischen Marian und Robin erinnert leider zu sehr an Sommersby und wirkt sowohl künstlich, als auch triefend. Einige Details sind sowohl sinnlos als auch unfreiwillig komisch. Dazu zählen für mich die an Der Soldat James Ryan erinnernden Landungsbote der Franzosen und die teilweise wörtliche visuelle Zitation der Einstellungen des Spielberg-Streifens, die Pony-Kinderarme die sich dem Kampf gegen die französischen Soldaten anschliesst und die idyllische Darstellung des SOS-Waldkinderdorfs, Außenstelle Sherwood Forest am Ende.
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Empfehlungen und Warnhinweise
Für echte Robin Hood Fans geht die Neuverfilmung noch in Ordnung. Für alle anderen, ist es eher belustigende Kost.
